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kunst-forum köln / Thema: Keith Haring |
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Köln, 12.07.2007 - Eingestellt von Martina Kampert |
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Keith Haring
Galerie der Stadt Stuttgart,
Aktionsforum der Praterinsel, München
im Strahlenkranz - orientieren sich nicht ganz so vordergründig an den zu Warenwerten degradierten Begehrlichkeiten; gleichwohl passen sich die plakativen Trivialzeichen dem flüchtigen Blendwerk der Großstadtkommunikation an. Die Geschöpfe der Metropolen - für die dieser Hokuspokus inszeniert wird - nehmen sich für Informationen nur eine Bruchsekunde Zeit, lehren uns die Werbestrategen.
Daß sich der reißerische Populärstil Harings gegen die Macht der Reiz-Überflutung durchsetzen konnte, erklärt sich wohl mit den gezielt plazierten und den bewußt zu einprägsamen Kürzeln reduzierten Merkzeichen, die es zu entschlüsseln gilt. Das nahezu Unauflösbare dieser chiffrierten Piktogramme - die offenbar wichtige Botschaften übermitteln - alarmieren den Passanten gewissermaßen (ohne ihn bei nähererBetrachtung zu beruhigen) und garantieren so den Wahrnehmungserfolg.
Auch das wertvolle Büttenpapier schmälert die Brisanz dieser oft blitzschnell ausgeführten Graffitikunst kaum. Neben unheimlich heiteren bis sarkastisch gewitzten Comicbildern - so auch die fast bissigen Karikaturen der umjubelten und auf Dollarnoten gedruckten "Andy-Mouse" - trat in den letzten Lebensjahren von Haring eine labyrinthisch verschachtelte Runenmalerei in den Vordergrund, die an archaische Ängste rührt. Je abstrakter die Bildzeichen wurden, desto mehr offenbarte sich auch der verborgene Schrecken.
Einige der konsequent ornamentalen Lithographien, wie die Serie von "Chocolate Buddah" (1989) - die wenige Monate vor dem tragischen Aidstod des im Alter von 31 Jahren verstorbenen Künstlers entstand -, weisen ferne Parallelen zum Spätwerk von Paul Klee auf, der neben Pierre Alechinsky, Mark Tobey oder Jean Dubuffet zum Kreis der geistigen Anreger zu zählen ist. Eher auf die dadaistischen Wurzeln der Antikunst verweisen dagegen die Siebdruck-Illustrationen zum "Apocalypse"-Text von William S. Burroughs (1988). Nach dem verzweifelt-zynischen Motto "Nichts ist wahr.
Alles ist erlaubt" beschwört ein eruptiver Stilpluralismus den griechischen Gott Pan als Ahnvater der Panik. Mit einer Art künstlerischem Amoklauf toben sich bildnerische Einfälle auf und um die doppelt collagierte Mona Lisa aus. Ein großer Knall, und die Kugel zerbirstet - begleitet vom Feuerwerk der allerletzten Ekstasen, das finale Chaos gerät zur Schocktherapie. Dann herrscht Stille. Eine leuchtrote Pyramide hebt sich vom tiefen Schwarz ab. Darüber der Vorhang graukonturierter Menschenkörper: Sie wissen von nichts.
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